Ecoprint verstehe ich als eine Arbeit mit Spuren.
Mich interessieren atmosphärische Zustände, Einschreibungen und Veränderungen, die im Prozess entstehen.
Die Abdrücke erscheinen wie Fragmente – zwischen Pflanze, Material und Erinnerung.
Meine Ecoprint-Arbeiten verstehe ich als fortlaufende, vergleichende Forschungsarbeit.
Mich interessiert, wie sich Pflanzen aus meiner Umgebung in Verbindung mit unterschiedlichen Stoffen, Behandlungen und Zeitfaktoren verhalten – abhängig von Jahreszeit, Material und Prozess.
Ich arbeite prozessual und beobachtend: nicht mit dem Ziel eines kontrollierten Ergebnisses, sondern als Entwicklung über viele Versuche hinweg.
Dabei entstehen Abdrücke, die fragmentarisch und erinnerungshaft wirken – wie Spuren oder pflanzliche Fossilien.
Ein wesentlicher Teil dieser Praxis ist ein ökologisch verantworteter Umgang mit Material und Prozess. Ich färbe ausschließlich Naturfasern und arbeite häufig mit Fundstoffen, etwa Second-Hand-Textilien oder vorhandenen Materialien. Zum Einsatz kommen ökologische Beizverfahren wie Soja- und Eiweißbeizen sowie mineralische Beizen wie Kalialaun und selbst hergestelltes Rostwasser, die in geschlossenen Wiederverwendungszyklen genutzt werden.
Ecoprint ist für mich nicht nur eine Technik, sondern eine Möglichkeit, mich über das Arbeiten mit Pflanzen, Materialien und Zeit wieder mit meiner Umgebung zu verbinden.
Als Studie, als Prozess und als fortlaufende Untersuchung ihres Farbpotentials richtet sich diese Praxis auf das Wahrnehmen dessen, was vor Ort vorhanden ist. Sie bedeutet, sich der eigenen Region zuzuwenden, den Pflanzen zu begegnen, die hier wachsen, und mit ihnen im Rhythmus der Jahreszeiten zu arbeiten.
Im Einklang mit natürlichen Prozessen entsteht so eine Form des Arbeitens, die nicht auf Kontrolle zielt, sondern auf Aufmerksamkeit, Beziehung und Resonanz mit der Umwelt.